Kunstgeschichte

Kostbarkeiten aus der Ferne. Alteritäts- und Luxuskonzepte in Mittelalter und Früher Neuzeit

Dienstag, 07.12.2021

Schon früh galt Materialien und Objekten, die aus fernen Weltgegenden nach Europa gebracht wurden, hohe Wertschätzung: Seide, Elfenbein, kostbare Steine, aber auch Farbstoffe, Perlmutt und Porzellan galten als Luxusgüter; sie wurden wegen ihrer besonderen Eigenschaften bewundert und verkörperten zugleich das Fremde, Andere, das nur unter Mühen und Gefahren erworben werden konnte. Darauf beruhte nicht zuletzt der Statusgewinn, der mit ihrem Besitz verknüpft war: Mit ihnen ließ sich Welterfahrenheit und konkret auch Wissen von der Welt, von Substanzen und Formen, die sich von den eigenen unterschieden, demonstrieren.

Die in Europa geführte Auseinandersetzung mit den Kulturen, aus denen die importierten Gegenstände kamen, enthielt immer auch ein Element der Selbstverortung, die in den Praktiken der Aneignung (Sammlung. Integration in die eigenen Handlungsräume, auch Nachahmung) erkennbar wird. Mittelalterliche Kirchenschätze, frühneuzeitliche Kunst- kammern oder auch barocke Palais sind Orte, an denen die zunächst fremden Objekte und Materialien entsprechenden Deutungsmustern unterzogen wurden. Sie manifestieren sich auch in Bildern, die die Integration von orientalischen Objekten in europäische Interieurs reflektieren.

Für den Besuch der regulären Vorlesungen/Seminare bedarf es keiner separaten Anmeldung.

Veranstaltungsart:Vorlesung/Seminar vor Ort
Dozierende(r): Prof. Dr. Birgitt Borkopp-Restle, Prof. Dr. Evelin Wetter
07.12.2021:18:15 - 20:00
Ort:Raum: HS 201 (Keine Angabe)
Hauptgebäude
0 4
3012 Bern

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