Kunstgeschichte

Malerei. Ein selbstreferentielles Medium?

Dienstag, 04.12.2018

Schnuppervorlesung im Rahmen der Bachelorinformationstage: Zeitgenössische, multimediale Kunst hat das Konzept eines eigenständigen Mediums, das zunehmend als Relikt einer veralteten Institutionalisierung künstlerischer Produktion angesehen wurde, revidiert. In der Gegenreaktion wurde jedoch das künstlerische Medium, seine Wirkung, seine Geschichte und seine Fähigkeiten zu einem Objekt der Untersuchung von Künstlern, die sich der Komplexität bestimmter Medien bewusst sind. Die Vorlesung konzentriert sich auf die Malerei als ein Medium, das seine eigenen Grenzen und Möglichkeiten erkundet und sich mit seinen eigenen Besonderheiten sowie mit denen anderer Medien auseinandersetzt (Malewitsch, Pollock, Richter). Diese modernistische Vorstellung von Malerei als einem selbstreferentiellem Medium wurde vor allem von Clement Greenberg bekannt gemacht. Gerade diese modernistische Idee der autonomen kreativen Produktion will die Vorlesung in Frage stellen, indem sie konkurrierende Modelle wie die Rückkehr des Paradigmas der gesellschaftlichen Relevanz der Kunst erforscht. Als ein Beispiel für Kunst, die gleichzeitig ihre eigenen Mittel erkundet und sich als politisch relevant versteht, könnte man an Dana Schutzs Open Casket denken. Ausgehend von der Geschichte der Malerei des 20. Jahrhunderts untersucht der Kurs das Konzept der Selbstreferenz und der selbstreflexiven Praktiken in der zeitgenössischen Kunst, zum Beispiel im Bereich der Malerei, wenn sie die Bedingungen ihrer eigenen Entstehungsprozesse hinterfragt.

Veranstaltungsart:Vorlesung/Seminar
Dozierende(r): Prof. Dr. Peter Johannes Schneemann
04.12.2018:14:15 - 15:45
Ort: Hauptgebäude
Hochschulstrasse 4
3012 Bern
HS 201

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